Website Konzeption

Zugriffe: 5140 starstarstarstarstarstarstarstarstarstar Bewertung:3,2 (5 Bewertungen) 15.11.2009

Webseiten konzipieren - das ist leichter gesagt, als am Ende umgesetzt. Sicher geht es unter Umständen recht schnell. Wer kennt es nicht aus seiner jahrelangen Berufs- und/oder Projekterfahrung. Das Erwachen folgte auf dem Fuße, wenn ein Projekt gescheitert, ein wichtiger Kunde abgesprungen ist.

Jens Jacobsen hat inzwischen in der 5. Auflage sein Buch "Webseite Konzeption" herausgebracht. Der Untertitel des Buches ist auch Programm: Erfolgreiche Webseites planen, umsetzen und betreiben.

Im Wesentlichen unterteilt sich das Buch in 6 Bereiche:

  • Planung
  • Konzeption
  • Umsetzung
  • Betrieb
  • Tipps für spezielle Sites und Bereiche
  • Anhang (mit weiterführenden Informationen)

Wer sich das Buch bei seinen Projekten zu Hilfe nimmt, erfährt eine wertvolle Unterstützung bei der Umsetzung von Grob-, Fein- und Designkonzept und hierbei auch wertvolle Tipps, wie man auf Kunden eingehen kann bzw. sollte. Jens Jacobsen ist sich aber auch bewusst, dass es nicht wenige Probleme in der Konstellation Entwickler/Auftraggeber (in der Form Arbeitnehmer/Arbeitgeber) bei der Realisierung von Projekten gibt und geht somit auch auf diese näher ein.

Der Erfolg einer Webseite ist aber heute in entschiedenem Maße von einer gut funktionierenden Usability abhängig. Nicht selten steht und fällt ein Projekt damit. Als Projektverantwortlicher sollte man daher diesem Kapitel ein hohes Maß an Aufmerksamkeit schenken. Mit einer durchdachten guten Bedienbarkeit lösen sich oft auch andere Probleme - anders gesagt: Fehler in der Konzeption machen sich nicht selten im Usability wieder bemerkbar.

Für den später dann startenden Betrieb ist es natürlich unerlässlich, Maßnahmen der Qualitätssicherung nicht nur zu planen, sondern auch umzusetzen.

Für eine gute Webseite reicht es eben nicht, allein guten Willen zu zeigen, sondern sich ganz klar an den Gesetzmäßigkeiten der Webentwicklung zu halten und zu orientieren. Jens Jacobsen beschreibt hier in seinem Buch sehr gut und mit entsprechenden Beispielen untermauert, wie eine Webseite erfolgreich sein kann - und wie eben auch nicht.

Aus Entwicklersicht halte ich das Buch auch interessant, versteht man unter Umständen Projektverantwortliche besser (so sich diese an die in diesem Buch gegebenen Ratschläge orientieren). Gelegentlich soll es ja vorkommen, dass zu Kundengesprächen/-präsentationen Entwickler mitgehen. Dann ist man gut beraten, man hat die Teile Planung und Konzeption vorher einmal gelesen.

Unterm Strich bleibt für mich nur die Feststellung, dass das Buch "Website Konzeption" ein nahezu unverzichtbares Werk bei der Umsetzung von Webprojekten ist.

Der Autor betreibt unter http://www.benutzerfreun.de ein eigenes Webportal mit weiterführenden Informationen zu Fragen der Webseitenplanung und -konzeption.


2 Kommentare
christoph christoph Donnerstag, 19. November 2009
Aus meiner Projekterfahrung kann ich nur empfehlen auch die User mit einzubeziehen, dass steigert in hohem Maße die Usability. Alleine mit den Projektverantwortlichen die Anforderungen zu definieren reicht nicht, da sie in der Regel eine andere Sicht auf die zu entwickelnde Software haben. Erfahrungsgemäß ist es von Vorteil, zumindest bei größeren Projekten, einen Prototypen zu entwickeln und diesen dem Endanwender zur Verfügung zu stellen. Auch schadet es nicht dem Endanwender immer mal wieder ein Build zu präsentieren und sich Feedback einzuholen, ob die Benutzerführung stimmt. Sollte der Kunde die Software selber testen wollen, sollte man ihn dazu motivieren Endanwender in den Test einzubinden.
Rene Drescher-Hackel Rene Drescher-Hackel Donnerstag, 19. November 2009
@christoph: das ist aber meines Erachtens nicht ganz der richtige Weg. Jens Jacobsen empfiehlt hier in seinem Buch eine andere Vorgehensweise:
Benutzerprofile erstellen - nur so kann es eigentlich gehen. Der Kunde/Benutzer der Anwendung sollte nie die Software "testen" im Sinne von Softwaretests.
Stelle dir vor, du gehst zum Bäcker und kaufst total versalzene Backwaren - ganz nach dem Motto: "der Kunde testet". Du siehst ein, so kann es nicht gehen.
Projektverantwortliche (so sie dann die Verantwortung auch ernst nehmen) sollten genauestens über eine klare Formulierung der Lasten-/Pflichtenhefte in erster Linie immer einen Prototyp erstellen. An Hand der Prototypen sollten sie die Funktionalität (auch hinsichtlich der Usability) gegen die Userprofile abgleichen, dann käme die Umsetzung, in der Beta-Phase sollte wieder gegen die Userprofile geprüft werden. Leider machen sich heute Projektverantwortliche und Abteilungsleiter nicht mehr bzw. wenn überhaupt nur selten die Mühe, Benutzerprofile zu erstellen. Am Ende wird oft über den Kunden/Benutzer der Anwendung getestet. Manch Projekt droht unter Umständen auf diesem Wege mehr Schaden anrichten als PR-Gewinn einbringen. Diese Erkenntnis kommt dann aber meistens zu spät.
Wie gesagt, der Autor des Buches geht auf diese Problematik genauestens ein - es ist Sache der Entscheidungsträger in einem Projekt, dies auch so anzuwenden.

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