Eine unkonventionelle Art des Wissensaufbaus

Zugriffe: 3743 starstarstarstarstarstarstarstarstarstar Bewertung:3,22 (9 Bewertungen) 26.11.2010
Eine unkonventionelle Art des Wissensaufbaus - unter diesem Motto stand das heutige Treffen der .NET-Usergroup Franken. Wissensaufbau und dann zum Thema WPF, da hört man gerne hin - wollen wir doch irgendwie alle unseren Entwicklerhorizont stets aktuell halten. Gemeinsam mit einem Kollegen habe ich mich also auf den Weg von Regensburg nach Nürnberg gemacht. Umso erstaunter war ich dann, dass das Thema auch Vertreter der Usergroup Ingolstadt nach Nürnberg gezogen hatte.

Johannes Bock und Karsten Kempe von der conplement AG haben sich hierzu ein kleines Projekt überlegt und sind an die Geschäftsleitung herangetreten, um auf diesem Wege in "überschaubarer" Zeit sich in die WPF Technologie einzuarbeiten. Hier ist von vornherein klar, dass derartige Initiativen von der Geschäftsleitung in vollem Umfang getragen werden müssen. Hier liegt aber oft das Problem: hänge ich als Entscheider alten Technologien nach, tue ich mich natürlich gleichermaßen schwer, diese Art des Wissensaufbaus meiner Mitarbeiter mit zu tragen. Daneben müssen solche Vorhaben zum technologischem Konzept des Unternehmens passen: doch wann passt es zum Konzept? Meiner Meinung nach muss man hier deutlich nah am Puls der Zeit sein, man muss erkennen, in welche Richtung die Entwicklung mit der Entwicklung geht - WPF ist hier mit einer klaren Zielvorstellung an den Start gegangen und es lies mich seinerzeit bei der Einführung des Visual Studios in Karlsruhe aufhorchen, als XAML mit vorgestellt wurde. Mir war damals schon klar: das wird uns einholen - ob wir wollen oder nicht. So wie Silverlight stellenweise noch belächelt wird (es gibt sicher einige gute Argumente, die dagegen sprechen; es gibt aber auch viele, die dafür sprechen) so wird auch WPF noch zu stiefmütterlich behandelt - weil es am Wissensaufbau schlicht fehlt, weil der Sprung von dem was wir kennen und dem, was auf uns zukommt doch recht groß ist.

So erging es Johannes und Karsten, die beide erfahrene WIN-Forms-Entwickler sind. Man ist geneigt, mit seinem Verständnis, welches man aus seinem bisherigen Umfeld mitbringt, in die neue Technologie einzusteigen. Als ich mit Tilo Atlas in diesem Zusammenhang über die aktuellen Möglichkeiten der Zertifizierungen im Bereich WPF mich unterhielt, wurde aber auch deutlich, dass es an guten Wissensquellen im Bereich WPF (NET 4.0) noch fehlt. Man steht da und sucht einfach den Anfang. Den richtigen Anfang zu finden wird aber auch davon geprägt, dass man weiß, was eigentlich geht - wenn ich es weiß, dann weis ich aber auch wie.

Der aus Ingolstadt mit angereiste Gregor Biswanger hat für den Einstieg in die XAML-Welt ein für meine Begriffe sehr gutes Video-Tutorium erstellt.

Die conplement AG war jeden Falls vom Ergebnis des Wissensaufbaus derart begeistert, so dass sie nunmehr in die zweite Runde dieser Art des Lernens mit Ihren Mitarbeitern gehen. Johannes und Karsten haben in diesem Projekt so viel gelernt, dass sie ihr Wissen durch eine entsprechende Microsoft-Zertifizierung bestätigt kamen.

Und hier liegt der Mehrwert für das Unternehmen: durch die Investition in die Mitarbeiter und das richtige Gespür für die Technologie wird man sich langfristig am Markt positionieren können – nicht nur gegenüber seinen Kunden und Auftraggebern – sondern auch gegenüber seinen (potentiellen) Mitarbeitern.

Das im Anschluss des Usergrouptreffens geführte Gespräch mit Udo Wiegärtner hat noch einmal unterstrichen, dass es zur gelebten Unternehmenskultur gehört, in die Weiterbildung der Mitarbeiter ständig zu investieren. Zum einem fühlt sich der einzelne Entwickler nicht nur durch seine Arbeit im Projekt bestätigt, sondern auch durch die hiermit vermittelte Anerkennung und Wertschätzung.

Es bleibt zu hoffen, dass mehr Unternehmen dieser Maxime folgen…

Neuen Kommentar verfassen

Bestätigungscode